Es gab immer nur meinen Vater und mich.
Meine Mutter starb bei meiner Geburt, deshalb kümmerte sich mein Vater, Johnny, um alles. Er machte mir Mittagessen, bevor er zur Arbeit ging, backte jeden Sonntag ohne Ausnahme Pfannkuchen und brachte sich mit YouTube-Tutorials das Haareflechten bei, als ich fast in der zweiten Klasse war.
Er war auch der Hausmeister an meiner Schule, was bedeutete, dass ich mir jahrelang die Meinungen aller anhören musste.
„Das ist die Tochter des Hausmeisters … ihr Vater putzt unsere Toiletten.“
Ich habe nie vor ihnen geweint. Meine Tränen hob ich mir für zu Hause auf.
Aber mein Vater wusste es immer. Beim Abendessen stellte er mir einen Teller hin und sagte: „Weißt du, was ich von Leuten halte, die sich wichtig machen wollen, indem sie andere schlechtmachen?“
„Ja?“, fragte ich mit Tränen in den Augen.
„Nicht viel, mein Schatz … nicht viel.“
Und dann ging es mir etwas besser.
Mein Vater sagte mir, ehrliche Arbeit sei etwas, worauf man stolz sein könne, und ich glaubte ihm. In meinem zweiten Studienjahr gab ich mir selbst ein stilles Versprechen: Ich würde ihn so stolz machen, dass er all die verletzenden Bemerkungen über mich vergessen würde.
Letztes Jahr erkrankte mein Vater an Fieber. Er arbeitete so viel, wie die Ärzte es erlaubten, und sogar noch mehr, als sie rieten.
Manchmal sah ich ihn nachmittags erschöpft an der Speisekammer lehnen.
Sobald er mich sah, richtete er sich auf, lächelte und sagte: „Schau mich nicht so an, mein Schatz. Mir geht es gut.“
Aber es ging ihm nicht gut, und wir beide wussten es.
Unter anderem sagte er immer wieder, wenn wir nach der Arbeit am Küchentisch saßen: „Ich muss es nur noch rechtzeitig zu meiner Abschlussfeier schaffen und dann zu deiner. Ich möchte dich in deinem eleganten Kleid sehen, wie du aus der Tür gehst, als gehöre dir der Laden, meine Prinzessin.“
Ich sagte ihm immer: „Du wirst noch viel erleben, Papa.“
Doch ein paar Monate vor meinem Schulabschluss verlor er den Kampf gegen den Krebs und starb, noch bevor ich ins Krankenhaus kommen konnte.
Ich erfuhr die Nachricht, als ich mit meinem Rucksack auf der Schulter im Schulflur stand.
Das Einzige, woran ich mich klar erinnere, ist, dass ich den Linoleumboden ansah und dachte, er sähe genauso aus wie der, den mein Vater immer gewischt hatte. Danach verschwamm alles.
Eine Woche nach der Beerdigung zog ich zu meiner Tante. Das Gästezimmer roch nach einer Mischung aus Zedernholz und Weichspüler – überhaupt nicht wie zu Hause.
Dann begann die Zeit der Abschlussfeiern.
Plötzlich drehte sich wieder alles nur noch um Kleider. Die Mädchen verglichen Designerlabels und teilten Bilder von Roben, die mehr kosteten, als mein Vater in einem Monat genäht hatte.



















































