Der scharfe Geruch von Zitronenreiniger vermischte sich mit dem warmen Duft von frisch gebackenem Brot, und der Kontrast traf mich so hart, dass ich in der Türversteifung verharrte, für eine sekundenlange Ewigkeit sicher, dass die Erschöpfung mich in die falsche Wohnung geführt hatte.
Mein erster Gedanke war, dass ich mich nach einer weiteren zermürbenden Schicht im Stockwerk geirrt hatte. Mein zweiter war, dass jemand eingebrochen war und mein Leben mit beunruhigender Höflichkeit umgeräumt hatte. Beide Ideen zerfielen, als ich Lukas’ schiefe Wachsmalzeichnung entdeckte, die immer noch neben meiner angeschlagenen Keramiktasse am Kühlschrank klebte.
Die Wohnung war unbestreitbar meine – und doch seltsam verwandelt. Decken, die normalerweise in unordentlichen Haufen herumlagen, waren ordentlich gefaltet. Bonbonpapier war verschwunden. Das Spülbecken, das normalerweise vor Schmutz überquoll, glänzte leer und makellos.
Dann hörte ich eine Bewegung in der Küche. Ein großer Mann drehte sich langsam vom Herd um und stützte sich dabei mit einer medizinischen Schiene ab, die um sein Knie befestigt war. Für einen atemlosen Moment weigerte sich mein Verstand, den Fremden mit der ruhigen, häuslichen Szene zu verknüpfen, die sich vor mir abspielte. Er trug eines meiner übergroßen grauen T-Shirts, deren Ärmel unbeholfen über seine Ellbogen hingen. Eine Backform stand auf der Anrichte, und daneben stand ein Teller, der den Duft von geschmolzenem Käse und Kräutern verströmte.
Er hob sofort die Hände, die Handflächen offen. „Ich bin aus Ihrem Schlafzimmer weggeblieben“, sagte er schnell, ruhig, aber wachsam. „Ich habe nur die vorderen Zimmer geputzt. Ich dachte mir, das wäre das Mindeste, was ich für Ihr Vertrauen tun könnte.“



















































