Mein Mann stand vor dem Spiegel und rückte sein Hemd zurecht, als würde er zu einem Date gehen – und nicht zur Arbeit. Zu viel Kölnisch Wasser, zu viel Vorfreude … viel zu viel für jemanden, der behauptete, er hätte nur „Besprechungen“.
Ich stand in der Küche und sah zu, wie der Kaffee fertig brühte.
In meiner Hand … ein kleines Fläschchen Abführmittel. Das war keine Kurzschlussreaktion. Es war das Ergebnis von monatelangem Schweigen, von Telefonaten, die abrupt endeten, wenn ich den Raum betrat, und von „dringenden Meetings“, die seltsamerweise immer am Freitagabend stattfanden.
Und vor allem … wegen der Nachricht, die ich am Abend zuvor gelesen hatte: „Ich erwarte dich morgen. Vergiss das Parfüm nicht, das ich so an dir mag.“
Gezeichnet – Sabine. Die neue Sekretärin. Ein eleganter Name. Zu elegant. Ich atmete langsam ein. „Und mein Kaffee?“, rief er aus dem Flur, während er seinen Gürtel mit mehr Elan festzog, als er mir gegenüber in den letzten Wochen gezeigt hatte. Ich reichte ihm die Tasse. „Eine kleine Überraschung“, sagte ich und lächelte ruhig. Ich beobachtete ihn beim Trinken. Ein Schluck. Zwei. Drei. Er leerte die Tasse ohne Zögern. Das versetzte mir einen tieferen Stich als erwartet … es war lange her, dass er etwas, das ich ihm gab, so hastig genossen hatte. „Und wo geht es so schick zurechtgemacht und duftend hin?“, fragte ich und lehnte mich lässig gegen den Türrahmen. „Meeting“, sagte er und griff nach seinen Schlüsseln. „Ein wichtiges. Strategie … Prognosen … Synergien.“ Er warf mit diesen Begriffen um sich, als hätten sie eine echte Bedeutung. „Synergien mit Spitzenunterwäsche?“, murmelte ich. Aber er war schon weg. Die Tür fiel ins Schloss. Stille. Ich blickte auf die Uhr. Eine Minute. Zwei. Fünf. Ich setzte mich an den Tisch und wartete. Zehn Minuten vergingen. Und dann … perfektes Timing. „VERDAMMT NOCH MAL!“, drang ein Schrei von draußen herein.



















































