Teil 1 Am Tag des fünften Geburtstags meines Sohnes Lukas wollte ich, dass alles perfekt ist.
Ich hieß Andrea, war dreißig Jahre alt und Inhaberin einer bekannten Schmuckmarke. Ich hatte hart gearbeitet, um meinem Ehemann Markus und unserem einzigen Kind das Leben zu bieten, von dem ich glaubte, dass sie es verdienten.
An diesem Nachmittag war der Garten unserer Villa erfüllt von Lichtern, Blumen, Musik und Gelächter. Verwandte, Freunde und Geschäftspartner hatten sich versammelt, um zu feiern, dass Lukas fünf Jahre alt wurde. Doch eine Person fehlte. Markus.
Eine Stunde verging, und er war immer noch nicht eingetroffen. Dann, um Punkt sechzehn Uhr, sprang das Hoftor auf. Markus trat ein, aber nicht allein.
Eine Frau in einem roten Kleid hielt sich an seinem Arm. Es war Valerie, meine ehemalige Sekretärin – dieselbe Frau, die ich einen Monat zuvor entlassen hatte, weil sie meine Firma bestohlen hatte. Die Musik verstummte. Jeder Gast drehte sich um und starrte sie an. Ich eilte auf Markus zu und flüsterte: „Was macht sie hier?“ Doch Markus ignorierte mich. Er schnappte sich das Mikrofon und lächelte, als hätte er nur auf diesen Moment gewartet. „Liebe Gäste“, verkündete er, „heute ist nicht nur der Geburtstag meines Sohnes. Heute möchte ich Ihnen die Frau vorstellen, die von Anfang an an seiner Seite hätte sein sollen – Valerie, Lukas’ wahre Mutter.“ Der Garten verfiel in Schweigen. Mein Herz blieb beinahe stehen.
Teil 2 Valerie lächelte, als hätte sie bereits gewonnen. Sie nahm das Mikrofon und sagte: „Es tut mir leid, Andrea, aber Lukas ist mein Kind. Vor fünf Jahren haben Markus und ich ein Baby bekommen. Du konntest keines bekommen, also hast du mich bezahlt, damit ich verschwinde. Aber jetzt will ich meinen Sohn zurück.“ Ein ungläubiges Raunen ging durch die Gäste. Meine Eltern blickten schockiert drein. Meine Geschäftspartner tuschelten untereinander. Valerie ging in die Knie und öffnete ihre Arme in Richtung Lukas. „Komm her, mein Schatz. Komm zu deiner wahren Mama.“ Lukas stand nahe der Bühne und klammerte sich an sein Spielzeugauto. Ich wollte gerade ansetzen, mich zu verteidigen, doch noch bevor ich ein Wort sagen konnte, trat mein kleiner Junge einen Schritt zurück. Er blickte Valerie mit Angst und Wut an. „Du bist nicht meine Mama!“, schrie Lukas. Alle erstarrten. Dann zeigte er auf sie und sagte: „Du bist die böse Frau, die ich gestern in Papas Zimmer gesehen habe.“ Markus’ Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich. „Lukas“, stammelte er, „wovon redest du da?“ Lukas rannte zu mir und hielt meine Hand ganz fest. „Ich habe sie gehört, Mama“, sagte er. „Sie hat Papa gesagt, er soll etwas in deinen Kaffee tun, damit die Leute denken, du wärst krank. Dann könnten sie das Haus und deine Firma wegnehmen.“ Das Mikrofon glitt aus Markus’ Hand. Valerie wurde kreidebleich.


















































