Während mein Mann nicht zu Hause war, sagte mir mein Schwiegervater, ich solle einen Hammer nehmen und die Fliese hinter der Toilette einschlagen: Hinter der Fliese sah ich ein Loch, und in diesem Loch war etwas Entsetzliches versteckt.
Ich stand in der Küche und spülte das Geschirr ab. Mein Sohn spielte bei den Nachbarn, und mein Mann, Lukas, war unterwegs, um Besorgungen zu machen. Es schien ein ganz gewöhnlicher Abend zu sein. Doch in diesem Moment spürte ich, dass jemand hinter mir stand. Ich drehte mich um – es war mein Schwiegervater, Hans-Dieter. Sein Gesicht war angespannt, sein Blick scharf und wachsam.
„Wir müssen reden“, flüsterte er so leise, dass ich ihn über das Geräusch des Wassers kaum hören konnte.
„Was ist los?“, fragte ich beunruhigt und trocknete meine Hände an einem Handtuch ab.
Er trat einen Schritt näher und beugte sich zu meinem Ohr:
„Solange dein Sohn nicht hier ist… nimm den Hammer und schlag die Fliese hinter der Toilette im Badezimmer ein. Niemand darf davon erfahren.“
Ich lachte unwillkürlich – ich dachte, der alte Mann hätte den Verstand verloren.
„Warum die Renovierung ruinieren? Wir verkaufen dieses Haus bald…“
Doch er unterbrach mich schroff und drückte meine Finger mit seinen knöchrigen Händen:
„Dein Mann betrügt dich. Die Wahrheit liegt dort.“
Da war etwas in seinen Augen, das mich nicht wegschauen ließ. Er hatte Angst. Angst, als ob sein Leben von diesem Gespräch abhängen würde.
Ich spürte, wie Angst in meiner Brust aufstieg. Zuerst wollte ich es abtun, aber die Neugier begann die Oberhand zu gewinnen.
Eine halbe Stunde später stand ich im Badezimmer. Niemand war zu Hause. Ich schloss die Tür ab, holte den Hammer aus dem Abstellschrank und zögerte lange, bevor ich gegen die Wand schlug. Ich starrte auf die glatten, weißen Fliesen, die mein Mann so sorgfältig selbst verlegt hatte. „Sie einschlagen? Was, wenn mein Schwiegervater tatsächlich nur phantasiert?“
Doch meine Hände hoben den Hammer wie von selbst. Der erste Schlag war sanft – die Fliese bekam nur Risse. Der zweite – lauter, ein Stück fiel ab und schlug mit einem hohlen Knall auf dem Fliesenboden auf. Ich hielt den Atem an und leuchtete mit meiner Taschenlampe hinein.
Hinter der Fliese war ein dunkles Loch. Und in diesem Loch war etwas…
Meine Hände zitterten. Ich schob meine Finger in das Loch und spürte einen raschelnden Beutel. Mein Herz pochte bis in die Schläfen. Langsam zog ich ihn heraus. Eine alte Plastiktüte, vergilbt vor Alter, schien harmlos zu sein. Doch sobald ich sie öffnete, hielt ich mir die Hand vor den Mund, um nicht vor Entsetzen zu schreien.
Darin waren Zähne. Echte menschliche Zähne. Viele. Dutzende, vielleicht Hunderte.


















































