Leite es über Daniels Firma. Clara kontrolliert direkte Überweisungen.
Katharina erstarrte.
Matthias drehte sich zu ihr um.
„Du hast gesagt, diese E-Mails seien gelöscht worden.“
Was auch immer noch an Loyalität zwischen ihnen bestanden hatte, endete mit diesem Satz.
Innerhalb weniger Tage fror die Versicherung die Erstattungen für die verdächtigen Transaktionen ein, die Bank setzte Auszahlungen für Matthias’ Projekte aus, und Investoren reichten Zivilklagen ein.
Als der Vorstand sich weigerte, Unternehmensgelder einzusetzen, um sein scheiterndes Hotel zu retten, wurden Matthias’ persönliche Bürgschaften fällig gestellt.
Er verkaufte seine Autos.
Gisela verlor den Lebensstil, den Matthias finanziert hatte.
Katharina blieb nur sechs Wochen an seiner Seite.
Als die Ermittler Unterlagen von der Firma ihres Bruders anforderten, nahm sie sich einen eigenen Anwalt und gab Matthias die Schuld.
Er rief mich siebenunddreißig Mal an.
Ich ging einmal ran.
„Clara, wir können das in Ordnung bringen.“
Ich saß am Fenster des Hauses am See, das ich auf seine Anweisung hatte verlassen sollen, und trank Kaffee.
„Das haben wir bereits.“
„Du hast mein Leben ruiniert.“
„Nein, Matthias. Ich habe aufgehört, die Folgen deiner Entscheidungen zu regeln.“
Ein Jahr später hatte Falkenstein ein vollständig neues Führungsteam und meldete das erste profitable Quartal seit drei Jahren.
Nachdem die Prüfung die Projekte entlastet hatte, die ich geschützt hatte, ernannte der Vorstand mich zur Geschäftsführerin.
Matthias bekannte sich später wegen Finanzstraftaten schuldig und erhielt eine Gefängnisstrafe sowie die Verpflichtung zur Wiedergutmachung.
Katharina entging einer Gefängnisstrafe, weil sie kooperierte, doch ein zivilrechtliches Urteil kostete sie ihre Eigentumswohnung und den größten Teil des Geldes, das sie erhalten hatte.
Gisela zog zu Verwandten und gab weiterhin mir die Schuld.
Schließlich verkaufte ich das Haus am See ohnehin.
Ich kaufte ein kleineres Haus an der Ostsee, an einem Ort, an dem niemand Geduld mit Schwäche verwechselte.
Am Jahrestag der Hochzeit, die nie stattgefunden hatte, kam Lena mit Champagner zu Besuch.
„Wünschst du dir manchmal, er wäre geblieben?“, fragte sie.
Ich dachte an den Altar.
Den Anruf.
Die schwarze Limousine, die auf der nassen Straße verschwand.
Den Schleier, der aus meinem Haar glitt.
Dann lächelte ich.
„Nein. Ich bin dankbar, dass er gegangen ist, bevor ich den Fehler gemacht habe, ihn zu heiraten.“
Draußen rollte die Ostsee unter dem hellen Himmel gleichmäßig ans Ufer.
Zum ersten Mal seit Jahren gab es in meinem Leben nichts, das gerettet werden musste.


















































